The Beach Boys - Good Vibrations


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Cover: The Beach Boys - Good Vibrations Title Good Vibrations
Artist The Beach Boys
Länge 3 Minuten und 38 Sekunden
   
Release 10.10.1966
Land USA
   
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Biografie von The Beach Boys


The Beach Boys sind eine der weltweit erfolgreichsten Rock-Bands der 1960er und frühen 1970er Jahre. Sie wurden 1961 von den Brüdern Brian, Dennis und Carl Wilson, ihrem Cousin Mike Love und dem Schulfreund Alan Jardine im kalifornischen Hawthorne gegründet. Bis Mitte der 1960er Jahre verbuchte die Band mit Surfmusik zahlreiche Charterfolge. Besondere Merkmale ihrer Musik sind einprägsame Melodien und ein differenzierter, häufig vierstimmiger Chorsatz unter Verwendung teilweise ungewöhnlicher Harmoniefolgen. Ihre Texte beschworen anfänglich meist Teenagersehnsüchte nach einem hedonistisch orientierten und sorgenfreien Leben, thematisierten später aber auch ernsthafte und problematische Felder. Mit ihrem experimentellen Album Pet Sounds, das laut Fachzeitschriften wie Mojo und Rolling Stone zu den bedeutendsten Alben in der Geschichte der Rockmusik zählt, und den Arbeiten am Album Smile erneuerten sie teilweise die damaligen Strukturen der Rock- und Popmusik und erweiterten deren musikalische Ausdrucksmöglichkeiten. Während ihr Erfolg in den USA ab 1967 langsam schwand, konnten die Beach Boys in Europa ihre größten Erfolge feiern, bis sie 1974 mit dem Compilation-Album Endless Summer auch in ihrer Heimat wieder erfolgreicher waren. 1988 kam mit Kokomo ein weiterer Nummer-eins-Erfolg hinzu. Die Gruppe war insgesamt über 50 Jahre lang in den Top 40 der amerikanischen Billboard-Charts vertreten. 1983 starb Dennis Wilson und 1998 Carl Wilson. Die drei verbliebenen Gründungsmitglieder gingen in der Folgezeit separat mit verschiedenen Begleitbands auf Tournee. 2012 fanden sie wieder zusammen, veröffentlichten ein neues Studioalbum und gingen auf eine Welttournee. Geschichte Die frühen Jahre Brian Wilson zeigte schon früh Interesse an der Musik. Als Jugendlicher analysierte er vor allem die mehrstimmigen Vokalharmonien der Four Freshmen und studierte deren Stücke mit seinen beiden jüngeren Brüdern Dennis und Carl ein. Ihre Eltern Murry und Audree Wilson unterrichteten ihre Kinder Brian und Carl in Gesang und Instrumentalspiel, während sich deren Bruder Dennis lieber am Strand vergnügte. Er war das einzige Bandmitglied, das tatsächlich auch surfte. Im Alter von 16 Jahren bekam Brian Wilson ein Tonbandgerät geschenkt und nutzte dieses, um mittels Overdubbing erste Aufnahmen zu erstellen. Sein jüngerer Bruder Carl brachte Brian mit Rock 'n' Roll in Berührung, was Brian Versuche unternehmen ließ, diesen mit Harmoniegesang zu verbinden. 1961 wurde schließlich die Idee geboren, mit Brian Wilson, seinen Brüdern Dennis und Carl, ihrem Cousin Mike Love und Brians Schulfreund Alan Jardine eine Band zu gründen, welche mehrfach den Namen wechselte, bevor sie sich The Pendletones nannte. Dennis wurde in die Band aufgenommen, obwohl er zu diesem Zeitpunkt kein Instrument spielen konnte und das Schlagzeugspiel erst während der Gründungsphase erlernte. Murry Wilson kannte das Verlegerehepaar Dorinda und Hite Morgan und organisierte ein Vorspielen. Sie konnten die Morgans mit ihrer Coverversion von Sloop John B jedoch nicht überzeugen. Dennis Wilson erregte das Interesse des Ehepaares, indem er ihnen erzählte, dass die Band bereits über eine Eigenkomposition mit dem Titel Surfin' verfügte. So traf man sich am 15. September 1961 zu einem zweiten Vorspiel im Heimstudio der Morgans. Das Surf-Konzept überzeugte die Morgans und sie nahmen drei Songs der Band auf. Zwei dieser Songs, Surfin' und Luau wurden Anfang Oktober in den World Pacific Studios in Los Angeles als Single neu aufgenommen. Brian Wilson, der bereits den Großteil der letzten Aufnahmen musikalisch geleitet hatte, übernahm abermals die Führung. Die Single erschien beim lokalen Label Candix, wobei der dortige Vertriebsmitarbeiter und spätere Präsident von Fox Records, Russ Regan, die Band ohne deren Wissen in The Beach Boys umbenannte. Die Platte vom Jahresende 1961 wurde mit Platz zwei in Los Angeles ein regionaler Hit und landete in den US-Billboard-Charts auf Platz 75. Der erste Plattenvertrag bei Capitol Records Murry Wilson organisierte den ersten bezahlten Auftritt beim Ritchie Valens Memorial Dance am 1. Januar 1962. Die Band mietete sich in den Western Studios ein und nahm weitere Lieder auf, darunter Surfin' Safari, 409 und Surfer Girl. Hierbei kam es bereits zu ersten kleineren Auseinandersetzungen mit dem selbsternannten Bandmanager Murry Wilson. Er wollte die Band produzieren und schlug vor, einige seiner eigenen Werke aufzunehmen. Dies lehnte die Band jedoch ab. Schließlich wurde Wilson mit den fertigen Bändern bei Major-Labeln wie Dot Records, Decca Records und Liberty Records vorstellig, die ihn jedoch alle abwiesen. Nick Venet von Capitol Records gab der Band im Frühjahr 1962 schließlich eine Chance und veröffentlichte die Single 409/Surfin' Safari, wobei Brian Wilson in Surfin' Safari das höhere Hitpotenzial heraushörte. Als sich nach den ersten Verkaufswochen herausstellte, dass Surfin' Safari tatsächlich bei den Konsumenten besser ankam, platzierte die Plattenfirma den Titel auf die A-Seite. 409 erreichte in den US-Billboard-Charts Platz 76, während Surfin' Safari bis auf Platz 14 kletterte und die Beach Boys über Nacht zu Stars machte. Die getrennte Hitparadennotierung der Titel von A- und B-Seite der Single war durch den Einfluss von Airplay auf die Charts möglich. Die Beach Boys erhielten einen langfristigen Plattenvertrag und veröffentlichten im Oktober 1962 das Debütalbum Surfin' Safari. Jardine hatte zu diesem Zeitpunkt die Gruppe bereits verlassen, um zurück an die Universität zu gehen. Ersetzt wurde er durch David Lee Marks, einen damals erst 13-jährigen Nachbarn der Familie Wilson. Zur Verwaltung der Musikrechte und des Vertriebs gründeten Murry und Brian Wilson das Unternehmen Sea of Tunes. Nur wenige Monate nach dem Debütalbum erschien Surfin' U.S.A., dessen Titellied Platz drei der Billboard-Charts erreichte. Da die einzelnen Gruppenmitglieder – auch aufgrund ihrer Jugend – ihre Instrumente technisch und stilistisch noch nicht perfekt beherrschten, wurden sie bei Aufnahmen teilweise von Studiomusikern unterstützt. Die anstehende Tournee fand ohne Brian Wilson statt, der dies mit gesundheitlichen Problemen begründete. Alan Jardine war zu jener Zeit bereits wieder nach Kalifornien zurückgekehrt und nahm das Angebot Brian Wilsons an, ihn als Bassist auf der Tournee zu ersetzen. Als David Lee Marks kurze Zeit darauf die Band verließ, um die High School zu beenden, übernahm Jardine wieder den festen Platz an der Rhythmusgitarre. Mit der Arbeit von Venet, der die ersten beiden Studioalben produziert hatte, waren die Beach Boys unzufrieden. Vor allem Brian Wilson kritisierte, dass Venet ohne Rücksprache mit der Band deren Sound veränderte. Murry Wilson war zudem der Meinung, dass bei Capitol Records niemand wusste, wie Rock ’n’ Roll zu produzieren sei. Obwohl es zu jener Zeit unüblich war, setzten die Beach Boys durch, sich künftig selbst produzieren und außerhalb des Capitol-Records-Studios arbeiten zu dürfen. Auf ihrem dritten Album Surfer Girl stand erstmals „produziert von Brian Wilson“. Es wurde zum größten Teil wieder in den Western Studios von Los Angeles aufgenommen. Der schnelle Erfolg der Gruppe, die in den USA zur „Teenagersensation“ aufstieg, führte dazu, dass sie neben verschiedenen Fernsehauftritten Tourneen durch die USA, Australien und Europa absolvierte. Zudem verlangte ihre Plattenfirma neues Material. So spielten sie etwa während einer Tourneepause von zwei Wochen das komplette Album Little Deuce Coupe ein. Durchbruch in den USA Zwischen 1963 und 1965 hatten die Beach Boys zwanzig Top-40-Singles und mit I Get Around 1964 ihren ersten Nummer-eins-Hit. In den ersten beiden Jahren ihres Bestehens veröffentlichten sie insgesamt sieben Alben. Sie platzierten zeitweise bis zu fünf Alben gleichzeitig in den Charts, darunter 1964 das Beach Boys Concert als erstes ihrer Alben auf Platz eins. Zu dieser Zeit trennte sich die Band endgültig vom Manager Murry Wilson aufgrund unterschiedlicher musikalischer Vorstellungen und weil sie sein Verhalten als autoritär empfanden. Brian Wilsons zunehmend komplexer werdende Arrangements bedingten den vermehrten Einsatz von Studiomusikern. Er schrieb außerdem Songs für andere Bands, darunter den Nummer-eins-Hit Surf City für Jan & Dean. Der auf ihm lastende Leistungsdruck sowie das ungewollte Leben auf Tournee führten dazu, dass Wilson kurz vor Weihnachten 1964 vor Beginn einer Konzerttournee einen schweren Nervenzusammenbruch erlitt. Als Ersatzmusiker sprang zunächst Glen Campbell ein, der bereits an mehreren Beach-Boys-Studioaufnahmen mitgewirkt hatte. Im Januar 1965 gab Brian Wilson offiziell seinen Rücktritt vom Tourleben bekannt, um sich ganz auf die Komposition und Produktion neuer Stücke konzentrieren zu können. Campbell, der neben seinen instrumentalen Fähigkeiten auch die Falsettstimme beherrschte, lehnte eine Vollmitgliedschaft in der Band ab, da er neben seiner Arbeit als Studiomusiker eine Solokarriere verfolgte. Schließlich stieg Bruce Johnston im April 1965 als vollwertiges Mitglied bei den Beach Boys ein, nachdem er im Auftrag der Band erfolglos nach einer Ersatzbesetzung gesucht hatte. Die Gruppe ging auf Tournee, während Wilson in Los Angeles blieb, neue Lieder schrieb und diese mit Studiomusikern einspielte. Die Band steuerte meist lediglich den Gesang oder einzelne Instrumentalspuren bei. Bei den neueren Stücken lag Brian Wilsons Fokus nicht auf dominanten Gitarren, sondern auf dem verstärkten Einsatz von Keyboard und Schlagzeug. Zudem waren ihm ausdrucksstarke Texte wichtig. The Beach Boys Today! zeigt die Weiterentwicklung von Wilson als Komponist und Produzent. Es enthält auf der ersten Seite eingängige Pop-Songs und auf der zweiten Seite traurige Balladen. Dieser Trend wurde auf dem Album Summer Days (And Summer Nights!!) fortgesetzt, das Stücke wie California Girls und den zweiten Nummer-eins-Hit der Band Help Me, Rhonda enthält. Pet Sounds und der Gipfel des Erfolges Vor allem die Konkurrenz zu den Beatles weckte in Brian Wilson den Ehrgeiz, das „größte Rock-’n’-Roll-Album aller Zeiten“ zu schaffen. Er beschloss, auf „Albumfüller“, wie sie in den frühen 1960er Jahren üblich waren, zu verzichten und ausschließlich qualitativ hochwertige Stücke einzuspielen. Inspirieren ließ er sich nach eigenen Worten dabei unter anderem vom Beatles-Album Rubber Soul. Um dieses Ziel zu erreichen, beschritt Wilson neue Wege. So wollte er sich entgegen den Vorstellungen der Plattenfirma für die Aufnahmen mehrere Monate Zeit nehmen. Um die Lücke an Veröffentlichungen zu überbrücken, einigte man sich auf das Album Beach Boys' Party!. Darauf wurden akustische Coverversionen aufgenommen und diese zwecks Vermittlung einer vorgeblichen Livesituation durch Partygeräusche ergänzt. Das Album verkaufte sich in Europa und Großbritannien sehr gut. Die Beach Boys wurden auf eine Tournee durch Europa und Japan geschickt. Dies gab Wilson die Zeit, an seinem kommenden Werk zu arbeiten. Er engagierte die besten Studiomusiker von Los Angeles für die Einspielung der Instrumentalspuren und „dirigierte“ teilweise bis zu 40 Musiker, um den ihm vorschwebenden „perfekten Klang“ zu erzeugen. Er komponierte, arrangierte und produzierte die Stücke im Alleingang, was 1966 noch unüblich war. Pet Sounds hatte mit den üblichen Themen der Beach Boys – Surfen, Sonne, Mädchen, Autos – nichts zu tun, sondern enthielt „Songs der Sehnsucht, der Erwartung, der Sorge und des Bedauerns“. Die Texte entstanden in Zusammenarbeit Wilsons mit dem Texter Tony Asher. Er transformierte die Gedanken Brian Wilsons zu den einzelnen Liedern in konkrete Songtexte. Die Plattenfirma war unzufrieden mit dem Stilwechsel des im Mai 1966 veröffentlichten Konzeptalbums, bewarb es in den USA kaum und veröffentlichte nur wenige Wochen nach Pet Sounds bereits die Kompilation The Best of the Beach Boys. Da Capitol bei Nachbestellungen anstatt Pet Sounds diesen Sampler auslieferte, galt das Album schon bald nach seiner Veröffentlichung als Sammlerstück. Pet Sounds erreichte nur Platz zehn der US-Billboard-Charts. Brian Wilson, der mit einem größeren Erfolg gerechnet hatte, war über die schlechte kommerzielle Akzeptanz des Albums in den USA tief enttäuscht. Wesentlich erfolgreicher war das Album in anderen Musikmärkten, besonders in Großbritannien, wo es Platz zwei der Charts erreichte. Für die nächste Single Good Vibrations führte Brian Wilson ab Februar 1966 über sechs Monate hinweg unzählige Aufnahmen in vier verschiedenen Studios durch, um die unterschiedlichen Studioklänge zu nutzen und die einzelnen Teile anschließend zusammenzuschneiden. Der Song war bereits während der Pet-Sounds-Sessions bearbeitet worden, wurde jedoch von Wilson nicht für das Album verwendet. Im Oktober 1966 erschien der Song als Single und kletterte in den USA und Großbritannien auf Platz eins, in Deutschland auf Platz acht. Smile – Ein neues Klangbild Ab Mai 1966 begann Brian Wilson an einem neuen Projekt zu arbeiten, für das er Van Dyke Parks als Texter engagierte. Zuerst nannte er es Dumb Angel, später nannte er es in Smile um. Um sich in eine passende Stimmung für die Komposition der Lieder zu versetzen, ließ er in seinem Wohnzimmer einen Sandkasten um sein Klavier herum aufstellen. Die Stücke aus dieser Zusammenarbeit waren wesentlich anspruchsvoller als Wilsons bisherige Werke und erregten den Unmut von Bandmitgliedern und Plattenfirma. Vor allem Mike Love kritisierte die Klangbilder und Texte, die sich für ihn zu weit vom Stil der Band entfernten und live schwer zu vermitteln seien. Während der Aufnahmen kam es im Studio zum Streit zwischen Love und Van Dyke Parks. Parks beendete die Partnerschaft mit Wilson, und die beiden Musiker gingen unverrichteter Dinge auseinander. Durch den zunehmenden Drogenkonsum – Brian Wilson hatte etwa 1965 begonnen Marihuana zu konsumieren, etwas später experimentierte er mit LSD –, den Verlust seines Text- und Inspirationspartners Dyke sowie die anhaltende Kritik war Brian Wilsons Wille, das Projekt zu beenden, endgültig gebrochen. Zudem wurden neue Veröffentlichungen zurückgehalten, da die Band mit der Plattenfirma aufgrund vorenthaltener Tantiemen und wegen Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung im Streit lag. Als die Plattenfirma im Juni 1967 bereit war, Smile zu veröffentlichen, hatten die Beatles bereits Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, ein Album mit einem durchgängigen Konzept, veröffentlicht. Da Smile ebenfalls als Konzeptalbum geplant war, weigerte sich Brian Wilson – um nicht als Nachahmer angesehen zu werden –, das Album zu veröffentlichen. Da seit Oktober 1966 kein neues Material der Beach Boys erschienen war, reagierte Capitol Records mit der Veröffentlichung eines weiteren Greatest-Hits-Albums mit dem Titel Best of the Beach Boys Vol 2. Die Beach Boys koppelten unterdessen das Lied Heroes and Villains als Single aus, die den zwölften Platz der Billboard-Charts erreichte. Dies war die erste Veröffentlichung über die bandeigene Plattenfirma Brother Records, die gegründet worden war, um eine Plattform für musikalische Experimente zu haben und als Nachfolger der bandeigenen Sea of Tunes zu fungieren. Die Band begann schließlich, an Smiley Smile zu arbeiten, das neben den veröffentlichten Singles meist rasch aufgenommene, improvisierte Stücke enthielt. Der Produktionscredit auf diesem Album lautet zum ersten Mal: „produziert von den Beach Boys“. Brian Wilson zog sich von diesem Zeitpunkt an verstärkt aus der Öffentlichkeit und von der Band zurück. Wandel des Musikgeschmacks Gegen Ende der 1960er Jahre wurde die Musik der Beach Boys aus verschiedenen Gründen als immer weniger zeitgemäß wahrgenommen. Der R&B, Soul und Funk befreite sich zusehends aus der Marktnische einer rein schwarzen Konsumentenschicht und wurde langsam massenkompatibel. Diese Stile konkurrierten in ihrer Vermittlung von Lebensfreude mit der Musik der Beach Boys, hatten aber den Vorteil, durch eine stärkere Betonung rhythmischer Elemente tanzbarer zu sein. Andererseits tendierte der Zeitgeschmack zunehmend zu einer härteren, rauheren und auch gitarrenbetonteren Rockmusik. Im Kontrast zum nun „angesagten“ exaltierten Gesang eines Joe Cocker oder Robert Plant und den in Mode kommenden langen Gitarren- beziehungsweise Schlagzeugsoli von zum Beispiel Alvin Lee oder Ginger Baker wirkte der gepflegte und sauber intonierte Vokalsatz der Beach Boys eher antiquiert. Auch im Vergleich mit der musikalischen Experimentierfreude und dem bildungsbürgerlichen Anspruch des Psychedelic- und Progressive Rock wurden die früheren Experimente und Innovationen von Pet Sounds und Smile nun als relativ zaghaft wahrgenommen. Die unbeschwerten Texte und das Image der Band wirkten im Kontext des aufkommenden sozialkritischen Gestus der 68er-Zeit vergleichsweise überholt. Peter Ames Carlin schreibt zu diesem Wandel des Musikgeschmacks: „Waren sie einst noch mitten im Zentrum der [US-]amerikanischen Rock-’n’-Roll-Szene gestanden, mussten die Beach Boys jetzt traurig feststellen, dass sie den Anschluss an Stimmung und Rhythmus der Popkultur im Land verloren hatten. […] Vielleicht war das auch unvermeidlich. Das Jahr war zerrissen von einem öffentlichen Mord, einem blutigen und umstrittenen Krieg, erbitterten Protesten in den Colleges und der Kluft zwischen den Rassen, die mit fortschreitender Zeit nur größer zu werden schien. Es ist schwer vorstellbar, wie eine Gruppe süß aussehender, jungenhafter Schwärmer […] in solch einem Jahr irgend jemandes Fantasie hätte einfangen können. Nein, 1968 war die Zeit für den psychedelischen Gitarrenrausch von Jimi Hendrix, für die windmühlenartigen Rasereien von The Who, für den existentialistischen Horrorzirkus der Doors, und für die Rolling Stones, […]“ – Peter Ames Carlin: Catch a Wave – The Rise, Fall & Redemption of the Beach Boys’ Brian Wilson All diese Faktoren bewirkten, dass die Musik der Beach Boys in den USA nun häufig als Relikt der Beat-Ära empfunden wurde. Im immer noch relativ konservativen Großbritannien wurden die Beach Boys allerdings erst seit Pet Sounds richtig wahrgenommen. Die nun ernster und erwachsener wirkende Musik der Band – weiterhin verpackt in „fröhliche“ Harmonien und raffinierte Arrangements – sowie das kalifornische Surferimage fanden hier und später auch auf dem Kontinent eine immer größere Anhängerschaft. In den Ländern des ehemaligen Ostblocks wurden sie als Symbole für Freiheit und individuelle Selbstverwirklichung sehr populär. Imagewechsel und eine neue Plattenfirma 1967 sollten die Beach Boys die Hauptakteure des Monterey Pop Festivals sein. Der im Organisationskomitee vertretene Brian Wilson sagte den Auftritt jedoch im letzten Moment ab. Im selben Jahr begann die Band mit den Aufnahmen zum Nachfolgealbum Wild Honey, die ausschließlich in Brian Wilsons Heimstudio abgehalten wurden. Die Bandmitglieder spielten, zum ersten Mal seit langem, sämtliche Instrumente, der wesentlich einfacher gehaltenen Arrangements, selbst ein und beteiligten sich zudem an der Produktion. Brian Wilson arbeitete als Komponist wieder verstärkt mit Mike Love und Al Jardine zusammen. Das Lied How She Boogalood It war schließlich das erste Stück, das ohne Zutun von Brian Wilson entstand. Dieser Trend setzte sich auf dem im Juni 1968 veröffentlichten Album Friends fort. Die meisten Lieder entstanden als Zusammenarbeit der drei Wilson-Brüder mit Al Jardine. Love hielt sich zu dieser Zeit zusammen mit den Beatles und Donovan in Indien auf, um dort von Maharishi Mahesh Yogi in Transzendentaler Meditation unterwiesen zu werden. Dennis Wilson komponierte gemeinsam mit dem kalifornischen Lyriker Stephen Kalinich seine ersten Stücke, von denen er zwei auf Friends veröffentlichte. Zur gleichen Zeit lernte er Charles Manson kennen, der selbst Ambitionen als Musiker hatte. Dennis Wilson trat in der Folgezeit verstärkt als Komponist in Erscheinung, wobei er zwei seiner Lieder gemeinsam mit Manson komponierte, der in den Credits nicht genannt werden wollte. Auf dem letzten Album der 1960er Jahre, 20/20, arbeitete Carl Wilson schließlich zum ersten Mal als Produzent. Brian Wilsons Rückzug wurde dadurch dokumentiert, dass er zum ersten Mal in der Bandgeschichte nicht auf dem Schallplattencover abgebildet ist. Während Friends und 20/20 in den USA kommerziell erfolglos waren, konnte die Band in Europa große Erfolge verzeichnen. Die Singleauskoppelung Do It Again kam auf Platz eins in Großbritannien. Ein Jahr darauf folgte das von Jardine produzierte Cottonfields, das in fünf Ländern auf Rang eins kletterte. Auch mit I Can Hear Music und Break Away, das Brian Wilson mit seinem Vater schrieb, waren sie in den britischen Top Ten vertreten. Ab 1968 fanden mit Unterstützung von Begleitmusikern mehrere Tourneen durch Europa statt. Dabei wurden im Gegensatz zu den Oldies, die die Band in der Vergangenheit meist in ihrer Heimat gespielt hatte, größtenteils neuere Stücke vorgetragen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Beach Boys zwei Singles sowie das Album Smiley Smile über ihre eigene Plattenfirma veröffentlicht. Ihr neues Material wollte die Band in Zusammenarbeit mit einer zusätzlichen Partnerfirma vertreiben. Zunächst wurde mit der Deutschen Grammophon verhandelt, der Vertrag jedoch in quasi letzter Sekunde doch nicht abgeschlossen. Leonard Waronker wollte die Beach Boys für Warner Bros. verpflichten. Auf Drängen von Van Dyke Parks, der beim Warner-Präsidenten Mo Ostin Fürsprache für die Beach Boys gehalten hatte, erhielten sie einen Vertrag über acht Alben, der ihnen viele Freiheiten zugestand. Brian Wilsons Heimstudio wurde auf Drängen der Band abgebaut, teilweise taten sie dies, um Brian Wilson dazu zu bringen, das Haus zu verlassen. Dieser funktionierte daraufhin sein Wohnzimmer in ein Aufnahmestudio um. Wenig später richteten sie in Santa Monica das Brother Studio ein. Da die Aufnahmen zum ersten Album für Warner sich in die Länge zogen, erschien zunächst nur die Single Add Some Music to Your Day. Das dazugehörige Album sollte bereits im Frühjahr 1970 veröffentlicht werden, wurde aber für weitere Überarbeitungen mehrmals zurückgehalten. Nach einer weiteren Singleauskoppelung (Slip on Through/This Whole World) wurde schließlich am 31. August 1970 Sunflower veröffentlicht. Das Album erreichte in Großbritannien Platz 29, kam jedoch in den USA über Platz 151 der Billboard-Charts nicht hinaus. Es enthält Kompositionen von sämtlichen Band-Mitgliedern mit Ausnahme Carl Wilsons, der wieder verstärkt als Produzent auftrat. Da die Beach Boys und ihr Publikum älter geworden waren, versuchte die Band, die Musik mehr nach den Hörgewohnheiten ihres Publikums auszurichten. Demzufolge änderten sich Stil und Themen der Lieder. Es wurde verstärkt die Zerstörung der Umwelt und deren Schutz angesprochen. Ebenso war die Transzendentale Meditation weiterhin präsent. All diese Einflüsse wurden auf dem Nachfolgewerk Surf's Up spürbar, auf dem Carl Wilson sein Debüt als Komponist gab. Verstärkt wurde dieser Einfluss durch den neuen Manager Jack Rieley, der sich als Texter in die Band einbrachte. Surf's Up verkaufte sich in den USA und in Europa wesentlich besser als die vorangegangenen Alben. Die Bandmitglieder hatten sich musikalisch weiterentwickelt, so dass jeder fähig war, mehrere Instrumente zu spielen und Lieder zu produzieren. 1972 verstärkte sich die Band mit den südafrikanischen Musikern Blondie Chaplin an der Gitarre und Ricky Fataar am Schlagzeug, die zuvor der Band The Flame angehört hatten. Die Neuaufnahme der beiden Musiker war notwendig, da Bruce Johnston von der Band entlassen worden war und sich Schlagzeuger Dennis Wilson eine schwere Handverletzung zugezogen hatte. In dieser Besetzung nahm die Band das Album Carl and the Passions - "So Tough" auf und fasste nach einer weiteren Europatournee den Entschluss, das nächste Album in den Niederlanden aufzunehmen, wo sie sich besonders hoher Popularität erfreuten. Die Beach Boys verbrachten insgesamt sechs Monate mit den Arbeiten zu Holland, für die eigens ein Studio aus den Vereinigten Staaten eingeflogen wurde. Das Album aus dem Jahr 1973 verkaufte sich sowohl in Europa als auch in den USA gut. Zudem erschien das Album In Concert mit Mitschnitten aus der Europatournee desselben Jahres, für das die Band ihre erste Goldene Schallplatte der 1970er Jahre erhielt. Endless Summer – und Brian Wilsons Rückkehr Um ihr Publikum in den USA zurückzugewinnen, verzichtete die Band ab 1973 auf die Veröffentlichung neuer Alben und gab stattdessen viele Konzerte in ihrer Heimat. Nachdem Blondie Chaplin bereits im selben Jahr während eines Auftritts entlassen worden war, verließ ein Jahr später Ricky Fataar die Band, da er nicht ständig auf Tournee sein wollte. Dennis Wilson hatte in den Jahren 1972 bis 1974 das Klavier gespielt und kehrte nach Fataars Rückzug wieder ans Schlagzeug zurück. Zudem schrieb er in dieser Zeit ständig neue Lieder, von denen einige von den Beach Boys live dargeboten wurden. Zur selben Zeit wollte Capitol Records, die ehemalige Plattenfirma der Band, eine weitere Kompilation mit Beach-Boys-Hits veröffentlichen. Gemeinsam mit Mike Love erarbeiteten sie eine Titelliste für ein Doppelalbum der Hits von 1961 bis 1965. Love wählte Endless Summer als Namen für dieses Album. Diese Zusammenstellung erreichte in den USA den ersten Platz der Billboard-Charts und wurde zur ersten Veröffentlichung seit Good Vibrations, die sich millionenfach verkaufte. Insgesamt verblieb das Album drei Jahre in den Charts. Sofort nach diesem Erfolg veröffentlichte Capitol mit Spirit of America eine weitere Hitzusammenstellung, die sich ebenfalls sehr gut verkaufte. Die Gruppe wurde so einer neuen Fangeneration zugänglich, was wiederum zu ausverkauften Konzerten führte. Mit dem Erfolg von Endless Summer und der Auszeichnung zur „Band des Jahres 1974“ durch das Musikmagazin Rolling Stone wurde gleichzeitig Brian Wilsons Rückkehr proklamiert. Dieser begann wieder mit der Band zu arbeiten und neue Lieder zu schreiben. Die zum 15-jährigen Bandjubiläum 1976 veröffentlichte Single Rock and Roll Music erreichte Platz fünf. Auch das Album 15 Big Ones, das wieder allein von Brian Wilson produziert wurde, landete in den Top Ten. Im selben Jahr stieß die von Capitol Records für Europa produzierte Hit-Zusammenstellung 20 Golden Greats auf Platz eins in Großbritannien vor. Brian Wilson trat wieder vermehrt bei Konzerten in Erscheinung. Das nächste Album The Beach Boys Love You von 1977 enthielt ausschließlich neue Kompositionen von ihm, der im Studio zudem fast sämtliche Instrumente selbst einspielte. Da Mike Love und Al Jardine zu diesem Zeitpunkt bereits mit anderen Plattenfirmen über einen Vertrag verhandelten, bewarb Warner Bros das Album kaum, so dass der Verkauf hinter den Erwartungen blieb. Seit Mitte der 1970er Jahre war es verstärkt zur Gruppenbildung innerhalb der Band gekommen: Jardine und Love bildeten als Anhänger der Transzendentalen Meditation eine Fraktion, die Wilson-Brüder Dennis und Carl die andere. Die musikalischen Ansichten innerhalb der Band drifteten auseinander: Carl und Dennis Wilson wollten mit neuen Songs im Stil von Smile die Karriere der Band vorantreiben, während sich Mike Love und Al Jardine auf die Erfolge der Best-of-Alben beriefen und vermehrt Lieder kreieren wollten, die wie ihre Hits klangen. Im September 1977 stand die Trennung der Band im Raum, bis schließlich Love und Jardine die Führung übernahmen. Dennis Wilson veröffentlichte sein erstes Soloalbum Pacific Ocean Blue, während Carl Wilson versuchte, seine Drogenprobleme zu bewältigen. Love und Jardine arbeiteten Ende 1977 gemeinsam mit dem Tournee-Musiker Ron Altbach am Album M.I.U. Album, das an der Maharishi Institute University in Fairfield (Iowa) aufgenommen wurde. Das Album geriet jedoch zum kommerziellen Fiasko; die Verkaufszahlen waren niedrig und M.I.U. Album verschwand nach nur wenigen Wochen aus den Verkaufsregalen. Dies stärkte hingegen den Einfluss der Wilson-Brüder, die wieder vollends zur Band zurückkehrten. Um die Streitigkeiten zu minimieren, beschloss die Band, zum ersten Mal mit einem externen Produzenten zusammenzuarbeiten. Man einigte sich 1979 auf den früheren Bandkollegen Bruce Johnston, der schließlich auch wieder ein reguläres Mitglied wurde. Das folgende Studioalbum L.A. (Light Album) war wohl der größte Kompromiss der Bandgeschichte, da es alle Mitglieder gleich beteiligte. Das Album entstand im Rahmen des neuen Plattenvertrags mit Caribou Records. Von den vier Singles, die es in die Charts schafften, war Lady Lynda mit einem sechsten Rang in Großbritannien die erfolgreichste. Spätere Erfolge Neben Keepin' the Summer Alive, dem letzten Album der originalen Beach Boys, kletterte Anfang der 1980er Jahre ein von Capitol veröffentlichtes Beach-Boys-Medley auf Platz zwölf der Billboard-Charts, und die nachfolgende Single der Beach Boys – Come Go With Me – erreichte Rang 18. Abermals wurden neue Projekte hinten angestellt. Die Beach Boys spielten zu diesem Zeitpunkt weiterhin weltweit über 100 Konzerte pro Jahr. 1981 verließ Carl Wilson die Band, um an seiner Solokarriere zu arbeiten. Er wirkte nur noch bei einigen Auftritten mit und wurde bei den restlichen Konzerten durch Jeffrey Foskett ersetzt. Ab 1980 gaben die Beach Boys in Washington jährlich zum Unabhängigkeitstag ein großes Konzert, was ihnen 1983 von Innenminister James Watt untersagt wurde und der Band viel Publicity in den Medien brachte. Ein weiteres Mal waren sie in den Schlagzeilen, als der Tod von Bandmitglied Dennis Wilson mitgeteilt wurde, der im Dezember 1983 im Alter von 39 Jahren bei einem Tauchunfall ums Leben kam. Am 4. Juli 1984 spielten sie vor über 700.000 Menschen erneut in Washington. Brian Wilson begann aufgrund seiner Probleme eine Therapie, was die Band veranlasste, nach neuen musikalischen Partnern zu suchen. Auf Vermittlung von Bruce Johnston begann sie eine Zusammenarbeit mit dem Produzenten Terry Melcher. Mike Love schrieb mit ihm zusammen das Lied Getcha Back, das 1985 ein Top-20-Hit wurde. Das folgende Studioalbum The Beach Boys (1985) schaffte es in die Top 50 und war das letzte Album beim Label Caribou Records, das seinen Betrieb einstellte. Die Beach Boys hatten in dieser Phase keinen festen Plattenvertrag mehr und arbeiteten projektbezogen. Mit Melcher brachten sie 1986 zwei neue Singles in die Charts. 1987 landeten die Beach Boys mit Wipe Out zusammen mit The Fat Boys auf beiden Seiten des Atlantiks einen großen Hit. Das Lied kam in Großbritannien bis auf Rang zwei. Zum Zeitpunkt, als Brian Wilson seinen endgültigen Abschied aus der Band bekannt gab, um sein Soloprojekt voranzutreiben, hatten die verbleibenden Mitglieder mit Kokomo in den USA und Australien einen unerwarteten Nummer-eins-Hit. Das Lied avancierte zum meistverkauften Lied ihrer Karriere. Ihre frühere Plattenfirma Capitol Records bot ihnen darauf einen Vertrag für ein neues Album an. Still Cruisin', so der Titel, wurde erneut ein Top-50-Album und erhielt eine Goldene Schallplatte. Wieder wurde die Band bei einer neuen Generation populär und beschränkte sich fortan darauf, zu einer reisenden „Oldies-Band“ zu werden. Das nächste Studioalbum, Summer in Paradise aus dem Jahr 1992, musste die Gruppe über ihre eigene Plattenfirma Brother Records veröffentlichen. Trotz Werbung in diversen Fernsehserien, in denen die Beach Boys als Gaststars auftraten – unter anderem Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu und Full House –, wurde das Album zum kaum beachteten Ladenhüter. Die Band trennte sich von Terry Melcher. Zu diesem Zeitpunkt wurden sie stimmlich bereits von Matt Jardine unterstützt, dem ältesten Sohn von Alan Jardine, der live die Falsettpassagen sang und zum halboffiziellen Bandmitglied wurde. Im Herbst 1995 wollten die Beach Boys mit Brian Wilson ein gemeinsames Studioalbum aufnehmen. Wilson arbeitete zu diesem Zeitpunkt mit Andy Paley als Partner, was den anderen Beach Boys nicht zusagte. Unter der Regie von Brian Wilson und Don Was nahmen sie gemeinsam einige Stücke auf. Während dieser Aufnahmen verließ Carl Wilson das Studio, und das Albenprojekt wurde eingestellt. Als Kompromiss veröffentlichte die Band – mit Brian Wilson – das Album Stars and Stripes, Vol. 1, auf dem diverse Country-Gaststars die früheren Hits der Band interpretierten und die Beach Boys den Harmoniegesang beisteuerten. Das Album verfehlte knapp die Top 100, fand in der Country-Szene jedoch Beachtung. 1996 bot Virgin Records den Beach Boys einen Plattenvertrag für ein Album an. Bedingung von Virgin war, dass das Album von Sean O’Hagen und Brian Wilson gemeinsam produziert würde und 80 % des Liedgutes aus Brian Wilsons Feder stammen musste. Da seine Beteiligung nicht garantiert werden konnte, kam es nicht zum Vertragsabschluss. Im selben Jahr wurde das Album Pet Sounds vom Mojo Magazin zum besten Album aller Zeiten gewählt. 1998 starb Carl Wilson im Alter von 51 Jahren an Lungenkrebs. Dies markierte das unausgesprochene Ende der Beach Boys. Beach-Boy-Bands und Veröffentlichungen nach 1998 Nach Carl Wilsons Tod verließ Alan Jardine ebenso wie der Großteil der Bühnenband die Beach Boys. Gemeinsam mit Jardine gründeten sie eine neue Formation. Brother Records vergab die Lizenz für die Namensrechte am Bandnamen an Mike Love, der seitdem gemeinsam mit Bruce Johnston unter dem Namen „The Beach Boys“ Konzertreisen durch die ganze Welt veranstaltet. Er darf den Namen allerdings nicht für Plattenaufnahmen nutzen. David Lee Marks kehrte von 1997 bis 1999 ganz zur Band zurück. Obwohl Al Jardine und Brian Wilson nicht mehr mit Love auf Tournee gingen, blieben beide offizielle Mitglieder der Beach Boys und hatten bei Brother Records ein Stimmrecht. 2003 veröffentlichten die Beach Boys das Livealbum Good Timin': Live at Knebworth England 1980, welches einen Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1980 enthält, an dem alle sechs damaligen Bandmitglieder teilnahmen. Im selben Jahr brachte Capitol Records die Kompilation Sounds of Summer heraus, die bis auf Rang 16 der Billboard-Charts kam. Im Jahr 2006 trafen die noch lebenden Beach Boys am Capitol Tower, dem Hauptsitz ihrer ersten Plattenfirma in Los Angeles zusammen, um das 40-jährige Jubiläum von Pet Sounds zu zelebrieren. Sie veröffentlichten daraufhin eine weitere Kompilation unter dem Namen Songs From Here and Back, die neun Liveaufnahmen und drei Studiotitel aus den Soloprojekten von Love, Wilson und Jardine enthielt. Diese Zusammenarbeit nährte Spekulationen über eine neue Wiedervereinigung der Band. Alan Jardine veranstaltet unter seinem eigenen Namen Konzerte, ihm zur Seite stehen zum Großteil jene Musiker, die in den letzten Jahrzehnten mit den Beach Boys tourten, sowie seine beiden Söhne. Auch Brian Wilsons Töchter gehören zeitweise zur Band. Jardine veröffentlichte 2001 das Album Live in Las Vegas. Sein Soloalbum Postcards from California erschien, gespickt mit zahlreichen Gaststars, 2010 im Eigenverlag. Brian Wilson betreibt mit seiner zehnköpfigen Band ebenfalls Konzertreisen und veröffentlicht unregelmäßig neues Material. Darunter befand sich 2004 Brian Wilson presents Smile, das weltweit in den Charts zu finden war und für drei Grammys nominiert wurde. Das darauf enthaltene Mrs. O'Leary's Cow wurde als „beste Instrumental-Rock-Performance“ ausgezeichnet. Im April 2011 erschien bei Universal Music die 45″-Single Don't Fight the Sea aus Alan Jardines Soloalbum. Auf diesem Stück sind alle lebenden Beach Boys nebst Carl Wilson zu hören. Dieses Stück wurde allerdings aus rechtlichen Gründen nicht unter dem Namen „The Beach Boys“ veröffentlicht, sondern unter den Namen der Bandmitglieder. Reunion 2012/50. Jubiläum Zur Feier des 50. Bandjubiläums erging die Ankündigung von Capitol Records, das Smile-Album als Sessions Box veröffentlichen zu wollen. The Smile Sessions wurde schließlich am 1. November 2011 veröffentlicht und erreichte in mehreren Ländern die Top 30 der Charts. Wenig später wurde offiziell verkündet, dass die noch lebenden Beach Boys für das Jahr 2012 eine Welttournee mit 50 Konzertterminen planten. Auch die Veröffentlichung eines neuen, gemeinsamen Studioalbums bei Capitol Records wurde bekanntgegeben. Die Beach Boys waren zu diesem Zweck bereits einige Wochen zuvor im Studio, um eine neue Version ihres Klassikers Do It Again aufzunehmen, die für die Promotion dieses Vorhabens verwendet wurde. Brian Wilson sagte einen Teil seiner Herbst-Europa-Tournee ab, um an neuen Liedern arbeiten zu können. Am 1. Juni 2012 wurde das neue Studioalbum That's Why God Made the Radio veröffentlicht. Die dazugehörige Tournee begann am 26. April 2012. Studioalben Surfin' Safari (1962) Surfin' U.S.A. (1963) Surfer Girl (1963) Little Deuce Coupe (1963) Shut Down Volume 2 (1964) All Summer Long (1964) The Beach Boys' Christmas Album (1964) The Beach Boys Today! (1965) Summer Days (And Summer Nights!!) (1965) Beach Boys' Party! (1965) Pet Sounds (1966) Smiley Smile (1967) Wild Honey (1967) Friends (1968) 20/20 (1969) Sunflower (1970) Surf's Up (1971) Carl and the Passions - "So Tough" (1972) Holland (1973) 15 Big Ones (1976) Love You (1977) M.I.U. Album (1978) L.A. (Light Album) (1979) Keepin' the Summer Alive (1980) The Beach Boys (1985) Still Cruisin' (1989) Summer in Paradise (1992) Stars and Stripes, Vol. 1 (1996) That's Why God Made the Radio (2012) Read more on Last.fm. User-contributed text is available under the Creative Commons By-SA License; additional terms may apply.

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